Life on Screen

27. November 2010

(Leben im Netz) …..so betitelte 1995 die amerikanische Soziologin Sherry Turkle ihr Buch über das Leben vor dem Bildschirm und die Veränderungen der Kommunikation. Dabei gab es 1995 noch gar kein richtiges Internet. Damals waren nur Freaks und Studenten online, die technischen Anforderungen waren noch eher hoch. Mit Windows 95 gab es überhaupt erstmalig ein Betriebssystem, das auch für Martina Mustermann benutzbar war. Fünfzehn Jahre später gehen die Kids nicht mehr ins Internet, weil sie da schon geboren sind. Ich kann Leute treffen, online wie offline, und es macht oft gar keinen so großen Unterschied. Das Netz ist überall und jeder ist drin. Es ist normal geworden. Die Diskussion dreht sich kaum mehr darum, ob es für Kinder und Jugendliche gut oder schlecht ist – was gut ist.

Dieser Blog berichtet aus dem Blickwinkel digitaler Immigranten, welche Veränderungen das Netz bewirkt – in der Kommunikation, im Erleben, in der Pädagogik. Immer neugierig, immer offen und manchmal kritisch. Und ja, es gibt Leben im Netz :-)


Etwas Licht hinter die Mythen von Raubkopie und Recht auf freier Kopie.

31. März 2012

Zum Mythos: Raubkopie

RaubEin Raub ist eine Handlung in der mit Gewalt oder Gewaltandrohung Eigentum entwendet wird. Bei der illegalen Kopie wird niemand mit Gewalt bedroht.

Der Begriff  „Raubkopie” ist durch die Verwertungsindustrie  eingeführt worden um die”illegale Kopie” mit einem Kapitalverbrechen zu assoziieren und die Kopierenden in die Ecke der Kapitalverbrecher zu stellen. Es ist im gesetzlichen Sinne maximal ein Eigentumsdelikt und kein Kapitalverbrechen.

Nicht jede Kopie ist strafbar oder illegal auch wenn die Rechteverwerter dies manchmal fordern. Für den persönlichen Gebrauch von Musik im engeren Lebenskreis dürfen Kopien vom Original angefertigt werden. (z.B. Sicherungskopie) Dieses Recht wird allerdings immer wieder durch Schutzmaßnahmen seitens der Musikindustrie unterlaufen und so oft der Kunde seiner Nutzungsrechte “beraubt”, wenn ich das Sprachbild benutzen darf.

Auch die Weitergabe der Nutzungsrechte im Sinne von leihen und verschenken wird durch diese DRM Maßnahmen oft unmöglich gemacht und schränkt die Käufer erheblich ein.

Hier wird auf Seiten der Rechteverwerter und auf Seiten der Kopierenden einiges auf seltsame Grundlagen gestellt. Aber bitte jetzt nicht das Eine mit dem Anderen aufwiegen. Es lohnt sich genauer hinzusehen.

Zum Mythos: „Früher durfte doch auch kostenfrei kopiert werden.“

KassettenrecorderAuch die Audiokassette, die immer als Beispiel und Argument für freies Teilen und Kopieren von Musik herhalten muss, war nicht umsonst, da von vornherein ein Betrag an Gema-Gebühren im Preis enthalten war. Dies bedeutete, dass mit jeder Kopie auf eine Audiokassette auch Geld an die Gema geflossen ist. Zusätzlich war die Kassette als Speichermedium begrenzt, da sie schließlich ohne riesigen Qualitätsverlust nur einige mal bespielbar war. Es kann deshalb die Audiokassette, als historischen Anspruch auf kostenlose Kopien nicht herhalten.

Auch das immer wieder zitierte Beispiel des Radiomitschnitts  ist völlig daneben, denn dort müssen die Radiosender einen nicht geringen Betrag für die Ausstrahlung bezahlen. Beim Aufnehmen kam dann nochmal die anteiligen Gema-Gebühren für den Tonträger hinzu.
Die Gebühren auf CD/DVD und Brenner reihen sich auch in diese Kategorie ein. Sie machen ja ebenfalls nur noch historisch gesehen Sinn. Heute liegt Musik auf Festplatten, in der Cloud und Handy sowie MP3 Player.
Man muss man auch mit Fug und Recht streiten, wie Musik auf alle eigenen Geräte transferiert werden kann, verliehen, verschenkt und im engeren Lebenskreis verfügbar gemacht werden kann. Das Recht auf die Privatkopie vom erworbenen Original muss erhalten bleiben. Aber das ist nur der Eigengebrauch und immer an das Original gebunden und keine Kopie zu freien Weitergabe.

Fazit: Es gab auch früher nicht das Recht auf eine kostenlose Kopie von Musik.

Zum Mythos: Dem Künstler kann doch von Konzerten und Merchandising leben.

StraßenmusikerDass der Anteil der Erträge für die Musikschaffenden im herkömmlichen Verwertungs- und Abschöpfsystem zu klein oder zumindest ungerecht verteilt ist und war steht außer Frage, aber deshalb gleich das Sponsoring als Alternative darzustellen, bzw. das Konzertwesen als alternative Einnahmequelle zu präsentieren, kann es ja wohl auch nicht sein.  So manche Musik ist eben nicht für die Bühne bzw. Straße geschaffen. Wer Musik produziert, damit sind alle an der Produktion beteiligten eingeschlossen,  soll je nach Qualität und erworbenen Fankreis auch durch deren Verkauf Einnahmen generieren dürfen.
Im weiteren verwende ich den Ausdruck Verwertungsrechte anstatt Urheberrecht und Nutzungsrechte. Ich benutze den Begriff “Verwertungsrechte” um deutlich zu machen, dass weder die Nutzung oder der Urheber im Fokus steht, sondern das Konglomerat von Vertragsbindungen und Institutionalisierungen. “Verwerten” klingt irgendwie passender.

Musik hat einen Wert und der muss den Beteiligten für die Leistung der Erstellung auch zukommen. Der reale Wert ermittelt sich durch die Einnahmen, die beim Verkauf (Ob Bühne, Stream, CD- oder Onlineverkauf ist egal.) erzielt werden kann. Vom ideellen Wert oder Kulturwert kann niemand leben. Der Wert regelt sich durch Angebot und Nachfrage. Es wird der Wert zwischen Verkäufer und Käufer ausgehandelt. Auch im Kulturbereich. (Bei öffentlicher Förderung ist es eben dem Steuerzahler den Preis wert.)

Wenn der Künstler davon leben soll, was der User noch zu bezahlen bereit ist nachdem er sich die Musik bereits einverleibt hat, ist dies eine Enteignung.
Ich gehe ja auch nicht in den Laden nehme mir irgendetwas und bezahle nur das, was ich zu zahlen bereit bin. Wenn ich nicht bereit bin, den Preis zu zahlen, kann ich das Angebot ablehnen aber nicht einfach selbst entwerten. Der Künstler will ja verkaufen und ist selbst an einem „Marktgerechten“ Angebot interessiert.

Der Vorwurf, dass die Musikverlage mit ihren Verwertungsrechten hier oft völlig neben der Spur liegen ist richtig. Online den gleichen Preis zu verlangen, wie für eine CD bzw. DVD in einem Laden entbehrt jeder Grundlage, da die Kosten erheblich niedriger sind.

Zwangsstrukturen, die durch Ressourcen-Abhängigkeit von Musikern entstehen, werden hoffentlich durch die digitalen Verbreitungswege und Märkte überwunden. Der Zementierung der alten Verwertungswege und der Schaffung von Sonderrechten für diese Strukturen, erfordert sicherlich noch weiterhin Widerstand. (ACTA, Pipa und Co.)

Wer möchte, kann ja seine Musik ja im Sponsoring-Model vertreiben, aber wer das nicht will, sondern sein Angebot auf ihm gerechte Weise macht, ist deshalb eben nicht zur Enteignung freigegeben.

Zum Mythos: Es wird dem Künstler nichts weggenommen.

EierdiebEs wird dem Künstler etwas weggenommen, auch wenn es eine Kopie und nicht mit gegenständlicher Ware zu vergleichen ist. Ich weiß das für Märkte mit immateriellen Güter oft andere Marktstrukturen gelten, aber auch dort gilt Angebot und Nachfrage und auch in diesen will Geld verdient sein. (Itunes, Amazonmp3, Spotify Deezer etc.)
Aber wenn durch Kopien aller Art die Nachfrage gestillt ist, bleibt der Künstler eben auf seinem Angebot ohne Ertrag sitzen.

Und bitte jetzt nicht behaupten. dass die Bereitschaft besteht für Musik zu zahlen, aber nur die Möglichkeiten nicht bestehen. Die Möglichkeit bestehen schon. Es gibt  eine Vielzahl von Modellen, vom Song-Download-Diensten über Musikvideo-Angebote bis hin zu Abonnements, bei denen für eine monatliche Pauschale oder über Werbung finanziert ein riesiger Musikkatalog auch zum streamen zur Verfügung steht. Also dann zahlt doch, denn die Preise sind inzwischen durchaus akzeptabel.

Zum Mythos: Die Kopien sorgen doch nur für einen höheren Umsatz.

Kopie GeldBis jetzt gibt es auch keine Studie die belegen würde, das Raubkopien auf Dauer den Umsatz steigern würden, da es nicht wirklich verifizierbar ist, wie viele sich die Musik legal erworben hätten, wenn es die Möglichkeit der illegalen Kopien nicht gegeben hätte.

Die illegalen Kopien steigern die Verbreitung, aber nicht den Umsatz. Das freies Kopieren im Einzelfall und in der Startphase einer Karriere durchaus im Interesse des Rechteinhabers sein kann, will ich nicht abstreiten.

Wenn Musiker zu Werbezwecken oder zur Fanpflege oder ideellen Gründen Musik kostenfrei verschenken, ist das ihr gutes Recht, aber das berechtigt nicht andere Musiker zu gleichem Verhalten zu zwingen. Wenn der Musikschaffende dann auf Almosen wie Fansponsoring angewiesen ist, ist dies das Konzept eines Straßenmusikers. Dies trägt wohl kaum ein Orchester oder andere Formen der Musik. Nicht jede Musik ist für die Bühne geeignet und wer nur im Studio arbeiten will, soll dies doch auch tun dürfen.

Zum Mythos:  Weiterverwertung geht nur durch freie Musik

Einer auf den Schultern des anderen.

Es ist richtig, dass wir alle auf den Schulter unserer Vorgängern stehen. Gerade in der Musik und im Film und Literatur ist dies deutlich. Aber das kann kein Argument für eine sofortige Enteignung des Künstlers nach Veröffentlichung seiner Werke sein, wie es die Forderung das Kunst zur Weiterverarbeitung immer frei sein soll, mit sich bringen würde.

Beim Remix oder bei der auf andere Werke aufbauende Kunst muss sicherlich darüber nachgedacht werden, wie hoch noch der Wertschöpfungsanteil für das Original sein soll und wie hoch die kreative Leistung des neuen „Werkes“ zu bewerten ist.  Ein Teil der möglichen Wertschöpfung muss auch dem Urheber des Original zukommen. Hierzu gehören sicherlich auch Werbeeinnahmen. Hier braucht es Regelungen die handhabbar sind. Hier ist der Gesetzgeber durch demokratische Strukturen und nicht durch Lobbyismus gefragt, denn hier geht es um Gesellschaftskultur. Dafür lohnt es sich zu streiten!

Wie lange für Werke bezahlt wird und ab wann Kultur zum Allgemeingut wird ist ebenfalls eine Frage, die schleunigst beantwortet werden muss. Das gilt für Musik, Film, Wort und Bild. Die jetzigen Regelungen, die fast schon ein Jahrhundert lange Verwertungsrechte sichern, ist ein Ungetüm. Eine Staffelung, also ein „zeitlichen Zerfall“ der Urheberanteile und den abzuführenden Teil an Erträgen, ist sicherlich auch ein brauchbares Denkmodel.

Urheberrechte, Nutzungsrechte, Patente brauchen eine vernünftige Laufzeitgrenze, die dem Urheber die Möglichkeit zur Generierung von Einnahmen lässt, aber die Gesellschaft hat auch einen Anspruch ihre Kultur für sich zu adaptieren. Wir bauen seit Menschengedenken auf die Leistungen unser Vorgänger auf, anders kann Gesellschaft und Kultur nicht funktionieren.

Wie lange Urheberschutz und Verwertungsrechte gelten dürfen, muss durch demokratische Strukturen und nicht durch Lobbyismus entschieden werden.
Auch muss noch noch eine Lösung gefunden werden wie Musik / Video / Games wieder weitergegeben oder verschenkt bzw. veräußert werden können. Nutzungsrechte müssen übertragbar sein. Meine Platte und Kassette konnte ich ja auch meinen Freunden leihen oder schenken.

Was bleibt dann:

Geld für MusikJede Kopie, abgesehen von Kopien zum persönlichen Gebrauch, muss eine Zeit lang nach Veröffentlichung für den Künstler, wenn er dies will, Ertrag generieren.

Musik braucht Künstler und macht Aufwand und das muss irgendwie finanziert werden. Für Lau funktioniert das nicht.

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User generieren Jugendschutz Probleme + Lösungen

14. März 2012

ButtonUsergenerierte Alterkennzeichnungen sind immer wieder in der Diskussion und haben deutliche Vorteile gegenüber der Selbsteinschätzung besonders im Bereich der Kommentare und Usercontent ermöglicht. Der Blogartikel des CDU Bundestagsabgeordneten Thomas Jarzombek geht in diese Richtung, ist aber leider sehr vereinfachend ausgefallen.

Kennzeichnungen werden Filtersoftware und somit entscheidend.

Verbindliche Einstufungen werden natürlich dann auch schnell Grundlage von Filtersoftware.. Allein deshalb weil sie umständliche und oft fehlerhafte Algorithmen ersetzen können. Daran ist nicht grundsätzlich etwas Schlechtes, solange die Filter “useraktiviert” sind, aber die User sind nicht immer so einfach zu händeln, wie es auf den ersten Blick erscheint. (Vom Troll sogar mal abgesehen.)  Aber die usergenerierten Kennzeichnungen bieten mit neben ihren eigenen „Unschärfe“ auch die Möglichkeit Blogs und von Usercontent abhängigen Sites hinter die Filter zu “schießen”.

Die Probleme des Bloggers.

HektikDer Blogger muss plötzlich seinen Blog ständig moderieren bzw. Kommentare ständig im Auge haben, weil er jetzt schneller reagieren muss. Er wird sonst mit ein paar missliebigen bewusst provozierenden bzw. jugendgefährdenden Kommentaren oder Content von den eignen Usern seiner Seite auf Dauer ins Porno- oder Gewaltreich verbannt.

Die Einstufung wird eben auch neben dem Aspekt des Jugendschutzes wahrgenommen. Guter Leumund und Seriosität wird mit dem Label von Pornographie und Gewaltdarstellung und der Freigabe ab 18 Jahre eher schwer zu erreichen sein und einen aus so mancher Blockroll katapultieren.. Eine Fehlbewertung kostet Leseklientel.

Die Probleme der Relevanz und Grundlage sowie Gültigkeit.

Grundsätzlich ist es richtig und demokratisch User/Besucher zu beteiligen, aber erhebliche Probleme entstehen auch dadurch::

Gültigkeit der Bewertung.

RelaunchSeiten verändern sich, Inhalte verändern sich, Wie soll darauf reagiert werden?  Wann und wie laufen solche Bewertungen ab und wer entscheidet. Soll der Betreiber der Seite entscheiden? Das würde in den gefährdenden Bereichen meist den Bock zum Gärtner machen und der Manipulation Tür und Tor öffnen. (Machen wir doch einfach dann ein „offiziellen Relaunch“ und fangen von vorne an, wenn uns die Bewertungen nicht passen.)

Wenn dies über ein unabhängiges Register erfolgen sollte, ist die Frage auch nicht gelöst. Automatische Verjährung? bzw. Vermonatlichung? Wie kann berechtigter Einspruch und wo kann dieser Geltend gemacht werden.

Relevanz der Einschätzung

Die Ergebnisse fallen sehr klientelabhängig aus . Ich versuche es mal anhand eines Beispiels: Eine Blogsite der Blood and Honor -Fans hat ein anderes Publikum und wahrscheinlich andere Werte- und Grenzeinschätzungen, als der Blog der Hallergrupner Häkelfans.

Gefahr des Missbrauch

BlockwartWir führen den selbsternannten Blockwart ein. Es würde wohl nicht lange dauern, bis die ersten Menschen mit selbst-definierter Berufung oder Mission oder Moralanspruch (be-)wertend über ihnen missliebige Seiten herfallen.

Die Altersfreigabe wird schnell zum Dislikebutton, Wie viele würden wohl aus Protest katholische Blogseiten als Kinder- und Jugendgefährdend klicken und so mit der daraus folgenden Kennzeichnung wichtige Jugend- und Sozialarbeit mit Partizipation undifferenziert in den Boden hinter die Filter stampfen.

Gerade gute Blogs sind oft in der Gefahr auch Reaktionen von Gruppen zu provozieren. Es hat ja auch einen gewissen LUL´z oder Spaßfaktor (Siehe Bud Spencer Tunnel) so einen Block hinter die Altersfreigabe zu schießen, oder wenigsten zu diskreditieren. (Vom Shitstorm gar nicht zu reden.)

Eine Lösung für usergenerierte Kennzeichnung um Jugendschutz

Meiner Meinung nach muss ein Lösung folgend konzeptioniert sein:

Manipulationsschutz:

BotsDie Bewertung durch User muss zusätzlich außerhalb der Website verortet / gesichert werden  (Nicht in den Händen des Websitebetreibers)

Dem Blogger bzw. Betreiber muss eine angemessene Frist zur Reaktion bleiben und diese muss auch für den User nachvollziehbar sein (Archivfunktion). Aufgrund der „Unschärfe“ und Missbrauchsmöglichkeit muss folgend ein Einspruchsrecht bzw. juristischer Weg zur Einschätzung/Löschung von Bewertungen ermöglicht sein. Dies muss auf dem Blog dokumentiert sein.

Die Bewertungsfunktionen und müssen vor Bot´s geschützt und anhand IP-Schutz vor Massenbewertungen einzelner User gesichert werden.

Einschätzungsgrundlage muss offen sein.

Die Wertungen brauchen einen verpflichteten Textteil für den User um Wertungen nachvollziehen zu können, ein Button allein reicht nicht.

ArchivDer User hat die Wahl, ob die Bewertung an speziellen Content, oder die gesamte Seite gerichtet ist. Im ersten Fall verfällt die Bewertung mit dem jeweiligen Content im zweiten Fall erst nach Widerspruch.

In der Kennzeichnung muss das Datum der letzten (zumindest einer einschränkenden) Bewertung und der gesamten Anzahl von Bewertungen angegeben sein. Eine Mindestzahl (evtl im Verhältnis zu den Besuchern die Wertungen vornehmen) an einschränkenden Bewertungen für Kennzeichnungsänderung für jede Altersstufe muss vorgegeben sein.

Die Änderungen der Kennzeichnungen und Bewertungen muss auch für den User nachvollziehbar sein (Archivfunktion)
In der Kennzeichnung muss das Datum der letzten (zumindest einer einschränkenden) Bewertung und der gesamtenSiefel und Morgenstern Anzahl von Bewertungen angegeben sein. Eine Mindestzahl (Evtl. im Verhältnis zu den Besuchern die Wertungen vornehmen) an einschränkenden Kennzeichnungen für jede Altersstufe sollte vorgegeben sein.

Userschutz

Eine Klarnamenoption scheidet aus, da sonst die Folgen für den bewertenden User nicht absehbar sind. Wer traut sich dann noch zu bewerten, wenn der freundliche Besitzer des Blood and Honor Blogs, dann mal auf einen Besuch vorbeikommt oder der User sein kleines Häuschen in Prozessen und Schadensersatzklagen verliert.

Es bleibt Arbeit, aber auch eine Chance

An vieles ist noch zu denken, dies wirklich zu einer verbindlichen Form zu gießen wird eine Menge Überzeugungsarbeit und langen Atem kosten.

Vielleicht kann dies ja mit einer Graswurzelbewegung erreicht werden, indem sich Blogger zu solch einer Lösung freiwillig zusammenschließen und aufzeigen das es funktionieren kann.. Manchmal schaffen Fakten auch Möglichkeiten.


16 Fragen zum Thema: “Lehrer und Schüler – Freunde in Facebook”

9. März 2012

Lehrer in Facebook

Im ZDF lief ein Sendung über ein Lehrerin die Facebook für den Kontakt mit 250 Schülern pflegt. (Sendung in der ZDF-Mediathek). Da bleibt aber noch Einiges offen und zu bedenken:

In der Pädagogik gibt es auch immer die Frage nach der Vereinbarungsebene und den abgeklärten Intressen und Aufträgen und dem Handlungsfeld. Außerhalb der Schule ist die Lebenswelt wohl kaum eine solche Zwangsgruppe, wie es nun einmal die Schulgemeinschaft mit ihrem Erfolgsdruck ist.

Daraus ergeben sich eine Menge Fragen:

  1. Haben alle Jugendlichen wirklich die Kompetenz, die Lehrer aus ihrer Privatssphäre auf Wunsch rauszuhalten ?
  2. Soll die Schule denn wissen wann ich off- und online bin bzw.für meine Freunde erreichbar ?
    Das ergibt sich zum Beispiel automatisch aus der Facebookanzeige für den Chat.
  3. Wie wird damit umgegangen das die Schule/Lehrer erfährt mit wem aus der Schule ich in Facebook befreundet bin ?
    Das ergibt sich anhand der Anzeige “Gemeinsame Freunde.”
  4. Muss jede öffentliche oder halb-öffentliche Tätigkeit der Jugendlichen dann einen Rückbezug zur Schule haben ?
  5. Unter Freunden publiziert, welchen Status hat das denn in der Schule ?
  6. Gelten dann in der Komunikation die Regeln der Schule, oder die unter Freunden?
  7. Welche Rolle spielt der Lehrer?. Welche Form der Vertraulichkeit und welche Funktion ist Grundlage.?
    Ist der Lehrer Vertrauensperson, Seelsorger, Therapeut, oder doch so etwas wie die Pausenaufsicht
    und vermischt es sich nicht bis zum undifferenzierbaren  Rollengemenge? Mit welchen Auftrag und mit welcher Kompetenz wird der Lehrer zum Sozialarbeiter und unter welchen Bedingungen? Reagiert hier der Lehrer auf Anfrage oder aus Eigenantrieb und mit welchen Zielsetzungen?
  8. Ist das Dienst oder Privatzeit des Lehrers?  Wer haftet wenn mal was schief geht? Wer ersetzt den Lehrer bei einem Schulwechsel des Lehrers und oder endet dann die virtuelle “Freundschaft”?
  9. Welcher Lehrer hat dann welche Rolle im sozialen Netz und gibt es einen Austausch / Fortbildung und kollegiale Beratung oder Supervision? Ist der Vertrauenslehrer eingebunden?
  10. Wie weit soll Schule in die Lebenswelt der Jugendlichen reichen und haben Jugendliche nicht ein Anrecht auf schulfreie Zeit und schulfreien Lebensraum. Jugendliche gestalten diese Lebensraume nunmal in sozialen Netzen. Wer würde schon sein Vorgesetzen als Freund “adden”. Brauchen die Schüler und Lehrer vielleicht einen Schulaccount und einen Privataccount?
  11. Welche Wertigkeiten haben Postings / Anfragen oder Nachrichten des Lehrers.? Sind sie Pflichtlektüre? Muss geantwortet werden? Welchen Anspruch der Erreichbarkeit haben die Schüler und der Lehrer?
  12. Welche Nachteile oder Vorteile haben Schüler,  die den Lehrer nicht als Freund “adden” oder was erwarten sich die Schüler davon? Wir reagiert das Gesamtsystem Schule auf eine Weigerung an der Teilnahme?
  13. Gibt es einen Informationsfluss in die Schule, zum Vertrauenslehrer, zum Kollegium, zum Klassenleiter etc. und wenn unter welchen Bedingungen und wird das transparent für Betroffene?
  14. Welche Rolle habe die Erziehungsberechtigen und die Institution? (Auskunftspflicht, Bestimmung des Kontakt- und Aufenthaltsrecht.)
  15. Wo bleibt zum Beispiel die Mitbestimmung der Schüler und der Eltern (Schülermitverwaltung, Elternbeirat etc.) ?
  16. Wo bleibt zum Beispiel  die Kontrolle der Lehrer. Nicht jeder hat die Kompetenzen für eine Online – Community in einer rückbezüglichen Zwangs- und Bewertungsgruppe. “Gut gemeint” ohne Kompetenz ist in der Sozialarbeit oft der Anfang des Desasters.

Ich halte Facebook für eine gute mögliche Informations–  und Kontaktplattform und auch Arbeitsplattform, aber die Schüler-Lehrerbeziehung und damit der Einflussbereich der Schule hat Grenzen.

Themen- oder Klassengruppen, Schul– und Fachsites und vieles mehr kann ich mir als Computermedienpädagoge gut vorstellen. Aber sorry, 240 Freunde scheinen mir alleine schon durch die entstehenden Timeline an Neuigkeiten und der nötigen Aufmerksamkeit unprofessionell.

Ohne Konzeption und Transparenz in der Vereinbarungsebene und ohne Einbindung bzw. Einverständnis der Erziehungsberechtigten ist das meiner Meinung sogar illegal und vom Lehrauftrag der Schule nicht gedeckt.

Schüler und auch Eltern haben Rechte und die werden auf diese Weise wie im Film gezeigt mit Füßen getreten.
Wo bleibt zum Beispiel  die Kontrolle der Lehrer. Nicht jeder hat die Kompetenzen für eine Online – Community in einer rückbezüglichen Zwangs- und Leistungs- bzw Bewertungsgruppe.

Ich halte es wirklich für unprofessionell und kritisch als Lehrer ohne eine vernünftige transparente Abklärung und Vereinbarungsebene mit Beteiligung der Schüler, Schule und Erziehungsberechtigten in Facebook als Lehrer zu agieren. Schule ist eine Zwangssituation, denn der Schüler ist dort nicht freiwillig und höchst selten wirklich selbstbestimmt. Dieses Reife- und Machtgefälle gegenüber dem Lehrer / Institution ist Systembedingt. Da braucht es Spielregeln.

Aktuelle Ergänzung von der betroffenen Schule: Aus “Westfalen heute


Und das Internet vergisst doch!

1. März 2012

Eine Reaktion auf die Forderung „ Das Recht auf Vergessen” und die Netzfreiheit

Toter LinkDer Gastbeitrag von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich im Spiegel-Online löste in manchen Foren Diskussionen über ein zeitlich definiertes Recht auf Vergessen aus. Die Kehrseite, dass im Internet sehr wohl auf Dauer gelöscht wird, sehr wohl auch manchmal Bedeutendes, kam dabei meiner Meinung nach zu kurz.

Das Internet als ewiger Hort jeder Information ist eine Illusion.

Daten mit Relevanz bleiben irgendwo gespeichert, aber das ist nicht das Web. Websites ändern sich, werden gelöscht und nicht alle Sites verfügen über gepflegtes Archiv, geschweige über ihren Site-Tod hinaus. Die Daten mögen manchmal sogar noch existieren, aber nicht mehr im Web. Daran ändert auch die Funktion eine alte Seite eine Weile in Suchmaschienen vorzuhalten nichts. Auch “geteilte Ereignisse” können aus dem Zugriff der User verschwinden, wenn sie keiner für relevant hält bzw. keiner sie “veröffentlichen” will. Versuchen sie doch einmal ältere Kommentare von Blogs aufzurufen, die es nicht mehr gibt etc…

Das Internet vergisst sehr wohl.

Viele Links gehen inzwischen ins Leere, ohne eine zugängliche Möglichkeit den Inhalt zu rekonstruieren. Gegen dieses Vergessen gab es im Papierzeitalter die öffentlichen Archive (öffentliche Stadt- und Verlagsarchive, Bibliotheken ) und Regelungen, was wie aufzuheben sei. Im digitalen Zeitalter macht das so keinen Sinn. Facebook- und Googlearchive sind nun mal nicht öffentlich zu gängig und sollten es auch nicht sein. Die Frage ist: “Was und wer entscheidet über löschen, veröffentlichen und teilweise bzw. für welchen Kreis veröffentlichen und wer übernimmt die Kosten?” Somit überwiegen meist die Interessen oder Ressourcen der Datenbesitzer. (Bitte jetzt nicht mit dem Urheber verwechseln.) Dass es nicht immer nur die Relevanz sein sollte, die der Datenbesitzer empfindet ergibt sich von selbst. Eine Regelung noch dazu nations- und kulturübergreifend wird Utopie bleiben, die allein am Aufwand der Sichtung , dem Kampf um die Interpretationshoheit und der Relevanz-Diskussion scheitert.

Wie und wo können Lösungen entstehen?

Es gibt keine dauerhafte Lösungen. Ich empfehle jeden sich davor zu hüten sich an den realen und vorstellbaren Einzelfällen zu orientieren und Lösungen für die Zukunft entwickeln zu wollen. Dafür ist die Entwicklung des Web zu schnell. Es kann sich mit der Einführung bzw. Entwicklung jedes kleinen Dienstes, jeder Mode oder App alles ändern. Das haben wir doch jetzt oft genug erlebt. Es wird wohl reichen müssen wenn wir Lösungen für die Probleme der Gegenwart suchen. Die einzig legitimen Lösungen basieren dabei in der öffentlichen Auseinandersetzung und demokratischen Entscheidungswegen. Ob das gelingen kann scheint mir anhand der Erfahrungen zum Thema Urheberrecht fraglich.

Wir werden wohl mit der Vergesslichkeit und der Permanenz des Internets leben müssen. Dies bewahrt uns nicht davor Zugänglichkeit von Daten, Persönlichkeitsrecht und Datenschutz und Urheberrecht auch immer wieder neu zu regeln zu müssen.


ACTA & Co und wo bleiben die Lösungsansätze?

29. Januar 2012

Was ich bei den aktuellen Diskussionen über Acta bzw. dem Urheberrecht vermisse, ist die fehlende Alternative für ein funktionierendes Bezahl- und Lizenzsystem. Es macht keinen Sinn auf die Barrikaden zu stürmen, wenn man keinen Plan für eine Alternative hat.

Teil der Radikalisierung ist die mangelnde Bereitschaft zur gemeinsamen Lösungsuche.

Das mit einhergehender Überwachung und Verletzung der Bürgerrechte betriebene Engagement würde doch von selbst obsolet bzw. nicht mehr durchsetzbar, wenn es nicht um horrende Beträge gehen würde. Grundlage für die Medienindustrie und deren Engagement für ACTA und all die anderen Begleiterscheinungen ist doch nicht das sich der Verteilerweg verändert hat, sondern dass der Bezahlungsweg verebbt ist.

Hier geht es nicht darum das einige Große nicht mehr am Verteilsystem beteiligt sind und ihr Monopol verteidigen, sondern darum, dass es immer weniger zum Verteilen gibt. Unumstritten ist doch, dass Künstler und viele andere Beteiligte bezahlt sein wollen und das geht nun mal nicht mit einer Utopie von „Kostenlos“.

Das es Modelle braucht, die differenziert sind und Medienformen unterschiedlich handhaben und auch ein Crossover zwischen den Medien berücksichtigt liegt auf der Hand. Aber wo bleiben die Vorschläge dazu?
Wenn die Verhältnismäßigkeit von Überwachung und Sanktion völlig verloren geht, ist das doch ein Zeichen von Hilflosigkeit. Ich halte die Menschen- und Bürgerrechte für hochwertiger als wirtschaftliche Interessen, aber das Recht auf Eigentum gehört nun mal dazu.

Das GEMA oder die Gesellschaft für Wort und Recht sowie Paketinspektion und Vorratsdatenspeicherung keine brauchbare Lösungen für das digitale Zeitalter  sind, ergibt sich von selbst. Aber welche dann? Wir brauchen Alternativen, die echte Lösungen bieten. Und diese sind noch nicht in Sicht.

Engagement gegen ACTA und Co bedeutet auch, Alternativen zu entwickeln und in die Diskussion einzuspeisen. Dazu gehört auch sicherlich den moralischen Anspruch auf Eigentum geistiger Art, eine lebbare Wirklichkeit zukommen zu lassen. Ohne den Verzicht auf Kultur zum Nulltarif wird es nicht gehen.

Dort wo Flatrates bereits verwirklicht sind, sollen diese aber auch umgesetzt werden. Wir bezahlen mit den Rundfunkgebühren bereits und daher gehört der Output / Content dieser Anstalten auch der Gemeinschaft. Die Regelungen mit den Einschränkungen des Medienstaatsvertrages schreien zum Himmel. Die Gemeinschaft zahlt und hat daher ein Recht an diesem geistigen Eigentum. Löschfristen für Mediatheken und ähnlicher Schutz für die private Konkurrenz sind moralisch nicht haltbar.

Andererseits heißt es auch die Doppelmoral aufzugeben die digitale Kopie als solches nicht regulieren zu wollen. Das heißt nicht unbedingt DRM oder Ähnliches, sondern erst einmal die Moral einer Regulierung zu akzeptieren. Diebstahl von geistigem Eigentum ist illegal und deshalb braucht es Lösungen diesem zu begegnen.

Technische Lösungen und Reaktionen wie ACTA sind da wohl eher ungeeignet und völlig außerhalb jedes Maßstabes. Die Diskussion zur Ahndung, darf aber nicht gleich von vornherein tabuisiert werden. Viele Lösungsansätze die immer wieder aufflammen, haben aber nicht den Status wirklicher Lösungen, weil sie meist einen der Partner Kulturschaffenden – Logistiginhaber – Konsument benachteiligen.

Die in der Disskusion aufkeimenden Vorschläge haben noch nicht den Ansatz eines wirklich brauchbaren Lösungsweges. Da ist noch viel Denkarbeit nötig:

Kulturflatrate

Die berühmte Kulturflatrate hat einen Hacken: Wer ermittelt welcher Künstler Was von Wieviel bekommt?. Was ist was wert? Für jeden Künstler gleich viel ist keine Lösung, da ein Unterschied zwischen Schaffenskraft, Talent und Modeströmung bzw. Geschmack besteht. Eine Grundeinkommen ist auch nicht hilfreich. Es verschiebt die Frage nur auf den Bereich: Wer ist ein Kulturschaffender bzw. Vollzeitkünstler? Andernfalls sing ich auch mal ein Album und wer mich kennt weiß, bei mir könnte man dies Ergebnis wohl nur für therapeutische Zwecke als Schocktherapie verwenden.

Ein Spielfilm, selbst mit Millionenaufwand produziert, kann floppen, weil er nichts taugt, wie soll dies in eine Flatrate einfließen? Bei der Kulturflatrate bleibt die Frage des Verteilungsschlüssels das große Problem. Die Häufigkeit des Downloads als Maßstab bedeutet aber wieder eine Einengung des Vertriebskanals, da ich dann ja nur von lizenzierten Anbietern den Content (Musik, Text, Schrift) beziehen darf, oder ein Rückkanal für jede Kopie vorhanden sein muss, um ein Abbild des Wertes über die Häufigkeit zu ermitteln.Eine Vervielfältigung und eine Weitergabe wären damit ausgeschlossen.

Auch der Aufwand der Produktion macht einen erheblichen Unterschied. Ein Symphonieorchester kostet mehr als ein Gitarre spielender Liedermacher. Die Lösung mit Testhaushalten wie die Ermittlung bei den Einschaltquoten erscheint mir keine Lösung, da dort kleine und unabhängig erstellte Werke ganz unter den Tisch fallen. Manche Bands haben nun mal nur ihren kleinen Fankreis als Kunden und leben davon. „Was ist Wieviel wert?“  ist die ungelöste Frage bei der Kulturflatrate in die Alle einbezahlen und die dann entsprechend wieder ausschüttet.

Direktmarketing

Das Direktmarketing für Content hat ebenfalls eine deutliche Einschränkung. Um ein unterlaufen der Bezahlung zu vermeiden wird oft entweder mit Kopierschutz oder mit der Keule der Strafverfolgung gearbeitet. Dazu muss auch der Aufwand der Ermittlung betrieben werden.

Es scheitert wieder an der Frage der Kopierbarkeit und der Möglichkeit der aufbauenden künstlerischen Weiterverarbeitung und einer häufig illegalen bzw. unmoralischen Praxis der Weitergabe und Vervielfältigung. Ebenso entsteht so ein Flaschenhals im Vertrieb und Kompilationen (Mehrer Künstler auf einem Album) sind kaum noch möglich bzw. erfordern einen riesigen Aufwand oder wieder einen zentralen Vertrieb.

Direktes Medienleasing

Diese unterscheidet sich nicht viel in ihrer Problemlage zum Direktmarketing, außer in dem zusätzlichen Zwang seine Medien ständig zu streamen bzw. den Inhalten ein Verfallsdatum einzupflanzen. Und mal ehrlich wie lange dauert es dann bis doch wieder digital mitgeschnitten und vervielfältigt wird.

Einnahmenverlagerung

Es mag sein das in der Musik heute Künstler sich oft durch Konzerte finanzieren, aber das als Finanzierungskonzept zu postulieren ist mehr als nur scheinheilig. Studiomusiker und viele andere Formen bleiben dabei auf der Strecke. Für Film/Video und Schrift ist dies sowieso keine Lösung oder soll der Film wieder auf die Stufe des 19. Jahrhundert mit der Ausschließlichkeit der Lichtspielhäuser reduziert werden.

Was nun?

Es braucht Lösungen sonst wird der Kampf gegen Acta und Co schnell vorbei sein bzw. ewig dauern. Wir müssen für moralische Fragen auch Lösungen der Handbarkeit und Umsetzung finden und wahrscheinlich als Alternativweg sogar als Netzeinwohner selbst etablieren, sonst findet die Hardcore-Fraktion mit ihrer Lobby eine Lösung und die hat einen bitteren Beigeschmack.  Eine Lösung muss folgenden Ansprüchen gerecht werden:

  • Wir brauchen ein funktionierendes Lizenz und Bezahlsystem, welches geistiges Eigentum schützt aber auch sinnvoll und maßvoll entlohnend verteilt.
  • Wir brauchen eine neue Werte-Diskussion zum Thema geistiges Eigentum und dem Anspruch des Rechteinhabers und den Ansprüchen der Gemeinschaft auch gerade mit der Politik. (Verjährungszeit, Verfügbarkeit etc…)
  • Wir brauchen Regelungen für illegale Verhaltensweisen im Netz, ohne die Menschen- und Bürgerrechte zu verletzen. Wir müssen die grundsätzliche Frage juristisch und nicht im Hinblick der Ermittlungstechnik klären und müssen Unschuldsvermutung und die ausschließliche Beweislast auf Seiten des Anklägers sichern.

Wenn wir keine gute Lösung finden zum Thema illegales und legales Nützen von geistigem Eigentum, handeln wir uns eine Lösung ein, die wirklich weh tut, weil sie Kräften Tür und Tor öffnet, die wir bestimmt nicht als  „Beschützer des Netzes“ wollen.

Robert Kathmann


Das Twitter-Debakel von Bielefeld

5. Dezember 2011

Lesens- und diskurswert – gerade auch im Rückblick auf die Diskussion auf der KBoM-Tagung in Berlin, die ja von dem wunderbaren Begriff der “Kopf-Alten” mitgeprägt wurde. Wahrscheinlich versteht man das Ganze dann am entspanntesten, wenn man es als ein Spiel mit dem Namen “Clash of Generations” versteht.

Kritische Anmerkungen zum Mikrobloggen auf dem educamp 2011

verfasst Axel Krommer, 29.11.2011 auf
www.heise.de/tp/artikel/35/35958/1.html

…textschnipsel….
Der Fauxpas von gestern ist im vernetzten Heute längst zu einem hippen Feature geworden, das kaum noch jemand ernsthaft und situationsbezogen hinterfragt. Wer mikrobloggende Heuschrecken zu einer Tagung einlädt, muss damit rechnen, dass sie immer und überall twittern und erst weiterziehen, wenn auch der letzte komplexe Sinnzusammenhang in höchstens 140 Zeichen zerlegt, subjektiv zerkaut und auf einem EtherPad spiegelstrichförmig wieder ausgeschieden worden ist. Schließlich gilt es, an die vernetzten Schwarm-Mitglieder zu denken, die sich möglicherweise gerade in der Straßenbahn befinden und dennoch live verfolgen wollen, was auf einer räumlich entfernten Konferenz geschieht, oder denen gar der Sinn nach virtueller Partizipation steht. Die simple These, dass Medienkompetenz auch bedeuten kann, sich reflektiert gegen die Nutzung eines technisch zur Verfügung stehenden Mediums zu entscheiden, scheint im Hive Mind des Twitter-Schwarms keine Bedeutung mehr zu besitzen.” ….


Manchmal weiß ich gar nicht, ob ich online bin

26. September 2011

Da flatterte mal wieder eine Studie durch alle Kanäle, umstritten und stark kritisiert bei Medienpädagogen, locker flockig interpretiert im Radio. Ein Prozent der 14-65 Jährigen sind internetsüchtig, heißt es in der von der Bundesregierung geförderten Studie. Und ich dachte nicht “Mein Gott, so viele…!!” und ich dachte auch nicht “So wenige nur?”, genauso wenig dachte ich “Was soll das heißen: Internetsüchtig?” (obwohl dieser Gedanke noch Sinn gemacht hätte, ein Gedanke, der möglicherweise der Studie auch gut getan hätte).  Nein, ich dachte folgendes: Wie messen die das? Wie kriegen sie raus, wie lange die Leute im Internet sind? Also ich wüsste das nicht. Ich merke nicht mal, wenn ich im Internet bin, manchmal. Morgens, nach dem Frühstück kurz Mails holen, auf zwei drei Links klicken und endlich das Word-Dokument bearbeiten, welches mir geschickt wurde. Dazu brauch ich kurz zwei Infos aus dem Netz- zack copy paste, fertig, Mail losschicken. Noch Zeit, also iTunes anschmeißen, Handy synchronisieren, nebenher hol ich mir neuen Kaffee. Zur Arbeit, dort auch den Tag mit Mails beginnen. Neue Infos im Intranet, einige Mails erfordern Antworten oder ein Telefonat. Die heutigen Veranstaltungen in die Facebook-Statusmeldung, etwas bei Amazon bestellen, Recherche für einen neuen PC bei Media-Markt -online natürlich. 

Später den Jugendlichen Fragen beantworten übers Jugendarbeitsschutzgesetz und Download einer Freeware-Software. Wir planen einen Ausflug: Wie das Wetter die nächsten Tage wird, sagt mir mein Smartphone und wenn ich schon dabei bin, guck ich eben auf die Banking-App, ob die Überweisung schon da ist. Kann ich noch zur Bank oder ist die schon zu? Klick klick, mist, schon zu. Feierabend! Während mein Lebensabschnittsgefährte kocht, surfe ich durch ein paar Klamottenläden. Während des Essens lädt iTunes den Film, den wir später gucken wollen. Aber vor dem Gucken wird noch ein bisschen gespielt: Es gibt einfach ein paar tägliche Pflichten in World of  Warcraft ;-)

Nach dem Film- 23:30 Uhr- müde, aber eins muss ich noch wissen: Wie hieß der Tanzfilm, in dem Jessica Alba mitgespielt hat, und was hat sie sonst noch so gedreht? Ohne Wikipedia könnte ich nicht schlafen.

Wie oft, wie lange war ich denn jetzt online? Ich kann es nicht sagen. Gehört einfach dazu, das Online-Sein. Ist gar nicht mehr wegzudenken. Mein Haushalt enthält bei vier Personen der laut Studie relevanten Altersgruppe elf internetfähige Geräte, Tendenz steigend. Ich finde das normal.


Albtraum: Pädagogen im schulischen Auftrag im Überwachungsdienst

6. September 2011

In der Sz-Online vom 3 September fand sich ein Artikel über Lehrkräfte die Schüler mit Hilfe von falschen Identitäten in ihren sozialen Netzwerken überwachen wollen. http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2853149. Unabhängig von der illegalen Vorgehensweise frage ich mich ernsthaft wie Pädagogen auf solche Abwege kommen.

Der eigentliche Knackpunkt dabei liegt doch an anderer Stelle. Es die Frage wie die “Pädagogen” zu mitlesenden “Freunden” bzw. Feinden geworden sind.

Was für ein Rollenverständnis steht hinter diesem Anspruch, wie viel sozialer bzw. institutioneller Druck steht hinter der “Freundschaftsanfrage” eines Lehrers? Wo bleibt das offene Visier, ein Merkmal im Kampf gegen Mobbing, bzw. die Authentizität der Pädagogik, wenn hier mit verdeckten Identitäten gearbeitet wird. Wieviel Angst besteht hier auf beiden Seiten vor dem offenen Dialog?

Anstatt die mangelnde Medienkompetenz in der Privatsphären-Einstellungen und den Einschränkungen beim Posten bei den Kids anzugehen, wird diese Schwäche zur Überwachung ausgenützt. Sicherlich nicht lange, denn die Kids werden schnell dazulernen und wieder eine Chance auf eine positive Auseinandersetzung zu Thema Mobbing ist dann vorüber.

Anstatt sich den pädagogischen Herausforderung des Mobbing und des Dialoges darüber unter Jugendlichen zu stellen und eine Wertestiftende Auseinandersetzung zu beginnen, wird das Kernproblem nur in ein anderes Medium (davon gibt es genug) verdrängt.

Wo bleibt der reflektorische Prozesse? Wieviel Chancen und Ansätze bietet die Chance auf eine Auseinandersetzung im sozialen Netzwerk.

  • was Mobbing den Opfern antut.
  • was Mobbing über die Täter aussagt.
  • wie wichtig Kritikplattformen für eine funktionierende Gemeinschaft sind.
  • wie Kritikresistenz oder Kritikunfähigkeit begegnet werden kann.
  • worin der Unterschied zwischen Mobbing und Kritik liegt.
  • das Meinugsfreiheit zu kostbar ist um sie einzuschränken oder zu missbrauchen.

Manchmal Träume ich davon, dass Schule erkennt, das sie einen gesellschaftlichen Auftrag der Wertevermittlung besitzt und auch Schüler ein Anrecht auf inhaltliche Partizipation haben.

Wäre es nicht sinnstiftender gewesen, ein ernstzunehmendes Kritikforum mit freier Meinungsäußerung (mit nicht systembezogenem Machtgefälle) zu schaffen. Und dort einen Konsens zu Umgangsformen zu vereinbaren.

Wäre es nicht ehrlicher gewesen Schüler und Lehrer zu befähigen, ihre Verantwortung auch im Netz wahrnehmen zu können und dazu zu bringen, Schulgemeinschaft (also Lehrer und Schüler) kritikfähig und ohne Machtgefälle zu gestalten. Und zwar im Sinne von Kritik äußern und annehmen zu können.

Wie gesagt manchmal träume ich…


RTL gegen Gamer. Lernfeld für Medienpädagogik

25. August 2011

Er sollte wohl Satire sein, der Beitrag des RTL-Magazins Explosiv über die Spielemesse GamesCom in Köln. Unter Computerspielern sorgt der Bericht allerdings für Protest und Aufregung. Sie fühlen sich als stinkende introvertierte Unästheten mit Beziehungsstörungen beleidigt.

Hier der gesendete Bericht:

Neben den Trollen und “Wutbürgern” finden sich in den Protestbeiträgen in unterschiedlichen Foren aber auch viele Beiträge, die medienpädagogischen Charm entwickeln. Hier ein Beispiel aus einem RTL-Forum:

Das wirklich grandios Schlimme an diesem Beitrag der GamesCom war viel weniger die Tatsache, dass alle “Gamer” als “Freaks” und “stinkende, sich nie waschende Idioten” dargestellt wurden, sondern vielmehr, dass RTL gezielt nach Einzelpersonen gesucht hat, die in diesen Beitrag passen.Da wäre der langhaarige Mann, der als erstes “Opfer” von Laura zu bezeichnen wäre. Ein ganz normaler Mensch, der auf der GamesCom unterwegs ist und “Schlabbersachen” anhat? Was bitte ist daran schlimm? Entschuldigung bitte, aber ich wette die Leute hinter der Kamera sehen nicht anders aus …. Was ist denn dann mit den Haaren? Weil er längere Haare hat ist er ein “ungepflegter” Mann? Er hat einen Stil, den Laura vielleicht nicht mag, oder vielleicht ist sie auch einfach nur neidisch … in jedem Fall hat sich Laura damit schon direkt dafür beworben, eine der Ersten zu sein, die dann bei “Topmodel” rausfliegen wird, aber immerhin dabei sein durfte!

Als Nächstes, das empfinde ich persönlich am traurigsten, ist das Interview mit Oliver, dem Hausmeister. Man sieht ihm an, dass er vielleicht körperlich nicht dem 0815-Menschen entspricht, doch geistig scheint er allen beteiligten, auch der Laura, um Welten voraus zu sein.

Für mich ist Oliver, der Hausmeister mittlerweile das Symbol der Ehrlichkeit und der Sympathie. Ich habe echt selten erlebt, dass Leute, die wirklich so unfassbar nett wirken, so verarscht werden. Das grenzt fast schon an Körperverletzung, wie man mit Fragen gezielt versucht Leute ins falsche Licht zu rücken.

Die Antwort auf die Frage: “Wie viel Gedanken machst du dir um dein Styling” beantwortet der durchaus sympathische Mann mit ehrlichen Worten: “Nicht sehr viel, ich bin so, wie ich bin” … Für mich war sein Lächeln danach der traurigste Moment, seit langen in den Medien. Ein Mann, der versucht ehrlich zu sein, vermutlich öfter mit Vorurteilen kämpfen muss, wird von RTL gezielt schikaniert.
Ich schaue generell kein Free-TV, alleine schon wegem dem Hartz-4-Charakter. Ich habe das nur über Game One hier mitbekommen. Aber würde RTL wirklich Größe besitzen, würden sich ALLE Beteiligten dieses Beitrages öffentlich zu allen “opfern” bewegen und sich entschuldigen!

Darüber hinaus sollte sich auch Laura, die wohl mehr als Werkzeug anzusehen ist, mal Gedanken darüber machen, was sie so tut. Eine derart naive Einstellung zu haben und dabei sich verkleidende Menschen (Cosplayer) als „Freaks“ abzustempeln, ist dabei die Dreistigkeit schlechthin.

Cosplayer sind Künstler, auch wenn ich nicht dazugehöre. Gamer wie Oliver sind wirkliche Fans der Gamingszene und halten sie am Leben. Und der namenlose, bärtige Mann ist ein Zocker, der studieren möchte. Alle also ganz normale Menschen. Ganz normale Menschen, die sich nicht davor verstecken, wie sie wirklich sind, oder was sie mögen.

Wer ist hier der wahre Freak? Mit Sicherheit die ganze Crew dieses Beitrags, allem voran auch die naive Laure und vor allem Nazan Eckes, von der ich mehr Niveau erwartet hätte.

Die Heldenrolle bleibt bei den Gamern, allem voran bei Oliver, dem sympathischen Hausmeister!

JendrixXx

Medienkompetenz life!


Medienpädagogik und der Umgang mit Netz-Politik

28. Juli 2011

Eine der Schlüsselaufgaben der Medienpädagogik ist die Vermittlung von Medienkompetenz und damit kommt sie in letzter Zeit mehr und mehr in Konflikt mit politischen Funktionsträgern.
Diese oft selbst ohne jede Medienkompetenz, oder noch schlimmer davon ausgehend, dass die Mehrheit der Bevölkerung über keine Medienkompetenz verfügt, bringen Ideen in die politische Auseinadersetzung ein, die bei genauerer Betrachtung wie Seifenblasen zerplatzen oder einen verzweifelten Kontrollwahn offenlegen.
Somit fällt der Medienpädagogik plötzlich das Themenfeld „Politik und Internet“ ungewollt in den Schoß. Nehmen wir doch nur einmal den berühmten Alarmknopf für das Internet:
Mit ihm soll ein Freesebild der Internetseite an eine zentrale Stelle übermittelt werden. Ob pädophil, rechts- oder linksradikal oder Terror- bzw. Amokverdächtig. Eigentlich ist der Meldegrund nie wirklich eingeschränkt worden und wandelt sich je nach politischer Couleur.
In der Medienpädagogik ist der eigene Datenschutz, der Umgang mit Daten und dessen Verwendungszweck und die Gefahren immer auch Thema und Inhalt von Medienkompetenz.
Was kommt also bei genauerer Betrachtung des Internetalarmknopfes unter dem Blickwinkel Medienpädagogik heraus? Eine ganze Menge ungelöster aber relevanter Fragen. Hier einige nur mal einige als Beispiel:

  • Welche Daten des Alarmknopfdrückenden werden erhoben?
  • Wer kann diese Daten einsehen und zu welchem Zweck?
  • Welchen juristischen Status haben diese Meldungen?; sind sie eine Anzeige?; rechtsdienlicher Hinweis?; gelten sie als technisch gestützte Zeugenaussage?; kann man für Fehleinschätzungen verklagt werden?, hat man Anspruch auf Anonymität in Folgeverfahren?
  • Wie lange werden diese Daten gespeichert?
  • Welche Verpflichtungen ergeben sich aus der Verwendung des Alarmknopfes?
  • Was passiert mit den Meldungen und welche Konsequenzen haben sie und auf welcher juristischen Grundlage?
  • Wer entscheidet auf welcher Grundlage über die Relevanz der Meldungen?
  • Welche Form der Erhebung und der Auswertung wird vorgenommen und welche Behörde bearbeitet dies?
  • Was passiert mit unberechtigten Meldungen und wer entscheidet darüber?

Usw… usw…
Weitere Fragen ergeben sich zusätzlich nach kurzer Recherche über bisherige Umsetzungen von Internetthemen.
Vielleicht ist der Alarmknopf ja auch nur ein Placebo, wie das berühmte nationales Cyber-Abwehrzentrum, dass in Wirklichkeit bei Gründung nur über 34 Quadratmeter Räume, 6 Beschäftigte und gerade mal 8 Rechner mit Internetanschluss (Infos) verfügt, an den Wänden die Stromnetzkarten und die Straßenkarten der Bundesrepublik kleben hat und so die Bundesrepublik im Kampf gegen die Gefahren aus dem Internet bewahrt.
Ich stelle mir den Alarmknopf vor, wie er tausendfach gedrückt wird, von Opfern, von Betroffenen, übereifrigen Moralisten, von Besserwissern, von Polit-Fanatikern mit niedriger Toleranzschwelle, von einer digitalen Spaß-Guerilla (Info Bud Spencer Tunnel)). Wie all diese Meldungen auf nimmer wiedersehen in einer Datei auf irgendeinem Server ungesehen oder zumindest unbearbeitet vor sich hinschlummern, denn für echte Ermittlungsarbeit ist sowieso kein Personal da. Ganz so ähnlich wie die “6,3 Vollzeitäquivalente” (Info BKA-Anfrage) im Bundeskriminalamt, die für all die Pädophilen im Internet zuständig sind.
So und welche Position nehmen wir jetztals Ergebnis ein, wenn wir die Medienkompetenz lehren?

Ist dies einer der Gründe, warum die Vermittlung von Medienkompetenz neben der Vermittlung technischen Kompetenzen manchmal unerwünscht scheint, weil damit so unbequeme Fragen verbunden sind? Wenn ich mir die Verteilung der Fördergelder so ansehe, kam sich ja das auch mal Fragen. Oder?

Robert Kathmann


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